Rheinhessischer Turnerbund e.V.
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Die Rolle der Übungsleiterin und des Übungsleiters

Gruppenbildung
Akzeptanz5Der Sportverein spielt für das Gemeinwesen eine sehr wichtige Rolle. Er hat eine große Bindungs- und Integrationskraft. Vor allem die Leitung einer Trainings- und Übungsgruppe steht vor der Aufgabe, Menschen unterschiedlichen Geschlechts, Alters, sexueller Identität, Herkunft, körperlicher und geistiger Verfasstheit sowie religiöser und weltanschaulicher Überzeugung zu einer Gruppe zusammenzuführen. Neben der sportlichen Herausforderung entscheidet auch das „Sich-Wohlfühlen" in der Gruppe über die Wahrnehmung des Trainingsangebots und über die sportliche Leistungsfähigkeit des Einzelnen.


Sportfachliche Kompetenz

Die sportfachliche Kompetenz ist die notwendige Grundlage, um ein qualitativ angemessenes Sportangebot anbieten zu können. Diese Handlungskompetenz wird in einer guten Grundlagen-Ausbildung erlangt. Das methodisch-didaktische Handwerkszeug sollte mit ergänzenden Aus- und Fortbildungen immer auf dem aktuellen Vermittlungsstand gehalten werden.


Soziale Kompetenz

Übungsleiterinnen und Übungsleiter benötigen für angebrachtes Handeln Sozialkompetenz. Sie zeigt sich unter anderem in folgenden Fähigkeiten:

  • Akzeptanz6positives Vorbild sein
  • engagiert sein
  • motivieren können
  • differenzieren können
  • wertschätzend sein
  • freundlich, offen und hilfsbereit sein
  • Teilnehmer/innen inkludieren
  • Kommunikationsfähigkeit
  • Fähigkeit zum konstruktiven Umgang mit Konflikten und Widerständen
  • allen gegenüber fair sein
  • verantwortungsvoll Handeln
  • Fähigkeit zum Umgang mit Verschiedenheit
  • Fähigkeit, sich in andere hineinversetzen zu können
  • positive Atmosphäre schaffen
  • Gesprächsbereitschaft


Sprachliche Sensibilität
Eine weitere Schlüsselkompetenz ist die sprachliche Sensibilität, die für das gemeinsame Klima und die Akzeptanz in der Gruppe sorgt. Denn Sprache ist ein sehr machtvolles Instrument, wenn es darum geht, unserer Welt eine Bedeutung zu geben.

Hier hilft eine kleine Checkliste:

  • Akzeptanz1Erwähnen Sie zu Beginn Ihrer Übungsstunde oder Ihres Kurses, dass Sie einen respektvollen und wertschätzenden Umgang miteinander wünschen.
  • Benutzen Sie nicht ausschließlich die männliche Anredeform, sondern sprechen Sie die Frauen der Gruppe auch mit der weiblichen Bezeichnung an oder verzichten Sie ganz auf die Ansprache des Geschlechtes, indem sie die Gruppe als wir/ihr/alle ansprechen.
  • Gehen Sie nicht davon aus, dass alle Teilnehmenden heterosexuell sind, also Menschen des jeweils anderen Geschlechts lieben. Erläutern Sie daher in Ihrer Unterrichtsstunde Aufgabenstellungen auch an Beispielen, bei denen Schwule, Lesben oder Trans-Personen die Aktiven sind.
  • Wenn Sie im Gespräch mit den Teilnehmenden auf soziale Aktivitäten außerhalb des Unterrichts hinweisen, sprechen Sie z.B. von „ihrer Partnerin" oder „ihrem Partner".
  • Sie werden erleben, dass manche Teilnehmende z.B. einen Pass beim Fußballspielen, der nicht angenommen werden konnte oder eine Übung am Turngerät, die der gewünschten Ausführung nicht entsprach, mit „schwul" oder „behindert" kommentieren. Reagieren Sie darauf, indem Sie – am besten mit Humor – diese Form der Bewertung zurückweisen. „Schwul" ist die Selbstbezeichnung von Männern, die Männer lieben – und kein Platzhalter für ein Schimpfwort. Lassen Sie ein „ist ja nicht so gemeint" nicht gelten, sondern bitten Sie die Teilnehmenden auf diese Ausdrucksformen ganz zu verzichten.
  • Manchmal erleben Sie auch, dass Witze gemacht werden über Bevölkerungsgruppen (blonde Frauen, Migrantinnen und Migranten, Schwule und Lesben, Menschen mit Beeinträchtigungen). Achten Sie darauf, dass die Grenze zur Herabsetzung oder Beleidigung nicht überschritten wird – am besten auch hier mit Humor.

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